Paraphrasieren als zentrale Zuhörtechnik – wie Sie Inhalte in eigenen Worten wiedergeben und damit Verständnis sichern.
Paraphrasieren bedeutet, das Gehörte in eigenen Worten wiederzugeben. Es klingt einfach, ist aber eine der wirkungsvollsten Techniken im Werkzeugkasten des aktiven Zuhörens. Im HaTeCo-Modell gehört die Paraphrase zur Technik-Ebene (Te) und bildet zusammen mit dem Verbalisieren das Herzstück der Zuhör-Techniken. Durch Paraphrasieren zeigen Sie nicht nur, dass Sie zugehört haben, sondern überprüfen gleichzeitig, ob Sie richtig verstanden haben.
Eine gute Paraphrase beginnt mit Einleitungen wie „Wenn ich Sie richtig verstehe, dann..." oder „Sie meinen also, dass..." und gibt den Kern der Aussage in eigenen Worten wieder. Wichtig: Es geht nicht um wörtliches Nachplappern, sondern um eine sinngemäße Zusammenfassung. Dabei dürfen und sollen Sie vereinfachen, strukturieren und auf den Punkt bringen. Die Kunst liegt darin, den Inhalt zu treffen, ohne zu interpretieren oder zu bewerten.
Der Nutzen der Paraphrase ist dreifach: Erstens fühlt sich der Sprecher gehört und verstanden – das stärkt die Beziehung. Zweitens werden Missverständnisse sofort aufgedeckt und korrigiert. Drittens verlangsamt die Paraphrase das Gespräch auf eine produktive Weise: Statt im Pingpong-Modus Argumente auszutauschen, entsteht ein echter Dialog. Gerade in Konfliktsituationen ist dieser verlangsamende Effekt Gold wert.
Üben Sie die Paraphrase zunächst in entspannten Alltagsgesprächen, zum Beispiel beim Mittagessen mit Kolleginnen. Fassen Sie zwischendurch zusammen, was Ihr Gegenüber gesagt hat. Sie werden bemerken, dass Gespräche tiefer und gehaltvoller werden. Wenn die Technik zur Gewohnheit geworden ist, steht sie Ihnen auch in schwierigen Situationen automatisch zur Verfügung.